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1. September – 472 maskiert
2. September – nochmal 472-Retro
8. September – 25 Jahre Museumsstraßenbahn des VVM
9. September – Kieler Spezialitäten
12. September – Die Maske hält
16. September – Die Wasserstoffära bei der Bahn beginnt
21. September – Zur Innotrans 2018
22. September – Doppel-Meyer I
23. September – Doppel-Meyer II
30. September – Wolkenstreifen

Freitag, 21. September 2018 – Zur Innotrans 2018

Emma

Nach vier Jahren war es wieder Zeit für die Innotrans. Alle zwei Jahre werden in Berlin die Neuheiten der Bahnindustrie präsentiert, traditionell ist das Ausstellungsgelände dabei für den Fotografen von größtem Interesse
Seit die Innotrans auf dem Messegelände ansässig ist, wird eine Dampflok für Führerstandsmitfahrten eingesetzt. War es die ersten Jahre die 52 8029, kommt seit 2010 die Dampflok "Emma" der Dampflokfreunde Salzwedel e.V. zum Einsatz. Die 1925 von Hanomag gebaute Lok dient für den Eigentümer
, der Hermann Wiebe Holding GmbH, als Werbeträger und stammt von der ehemaligen Zuckerfabrik in Rethen – sie war dort als Nr. 2 bezeichnet und bis 1968 im Einsatz. Danach stand sie lange Jahre bei Neumünster in Privateigentum ehe sie 2008 von Hermann Wiebe erworben und innerhalb 18 Monaten betriebsfähig aufgearbeitet wurde.
Auf der Innotrans ist Emma stets umlagert, manch Unternehmensmanager wird dort wieder zum Kind oder Ingenieure innovativer Züge von morgen staunen über die Technik von einst – für sie nicht selten eine fremde Welt von gestern.

Metro

Das System Bahn hat viele Facetten, manche Bahn fährt gar auf Gummirädern – mal mit zusätzlicher Schiene, mal ohne. Die Métro Rennes wurde mit dem System Véhicule automatique léger (VAL, deutsch: "leichtes automatisches Fahrzeug") errichtet. Für die im Bau befindliche Linie B baut Siemens bis 2020 25 Fahrzeuge vom Typ Cityval, von dem in Berlin eines ausgestellt war.

Cargosprinter

Am Anfang stand der CargoSprinter für DB Cargo, welcher vor 22 Jahren auf der Innotrans 1996 präsentiert wurde und bei der DB erfolglos war. Nach nur drei Jahren wurden die sechs beschafften Züge abgestellt und verkauft. Der Hersteller Windhoff entwickelte das System weiter und schuf das Multi Purpose Vehicle (MPV) genannte "Modulare Fahrzeugsystem". Die vierte MPV-Generation wurde in Form eines Löschfahrzeugs der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) gezeigt.

FLIRT

Konsequent in Modulbauweise arbeitet der schweizer Hersteller Stadler, welcher auf der Innotrans insgesamt sieben neue Fahrzeugtypen präsentierte. Der Flirt wird in zalhreichen Varianten an die Kunden ausgeliefert, rechts ein Traverso für die Südostbahn AG (SOB). Links ein meterspuriger Zug der Reihe Worbla, von denen 11 Fahrzeuge für den Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) geliefert werden.

FLIRT

Stadler präsentierte auf der Innotrans auch erstmals den ersten bimodalen Flirt-Triebzug für Greater Anglia, der in Ostanglien/ Großbritannien mit insgesamt 38 Fahrzeugen zum Einsatz kommen wird. Stadler ist in den vergangenen Jahren von einem schweizer Nischenanbieter zu einem bedeutenden europäischen Hersteller gewachsen und ist bisher nicht durch große Verzögerungen aufgefallen. Die Fachwelt wird sicher aufmerksam Bau und Inbetriebnahme der insgesamt 382 Wagen der BR 483/484 für die Berliner S-Bahn verfolgen.

RRX und Cityjet

Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) ist eines der zentralen ÖPNV-Projekte in Nordrhein-Westfalen und soll seinen Endausbau zwischen 2030 und 2035 erreichen. Für den Vorlaufbetrieb werden derzeit die Züge des RRX in Betrieb genommen, bis 2020 sollen 82 Züge vom Typ Siemens Desiro HC mit für den Regionalverkehr vergleichsweise hochwertiger Ausstattung in Betrieb gehen. Auf der Innotrans war mit dem 462 083 ein nummernmäßig 83. Zug ausgestellt.

Cityjet

Während Alstom aktuell am wasserstoffbetriebenen iLint forscht und erprobt, Bombardier außerhalb der Innotrans den Batterie-Talent3 vorstellte, präsentierte Siemens auf der Innotrans mit dem 4746 049 den Prototypen des elektro-hybriden Cityjet eco vom Typ Desiro ML – ein Fahrzeug mit Batteriebetrieb auf Strecken ohne Fahrleitung. Der Akku-Cityjet erreicht im Batteriebetrieb noch 120 km/h und eine Anfahrbeschleunigung von 0,77 m/s². Zum Einsatz kommen Lithium-Titanat-Batterien (LTO-Technologie) mit einer Akkukapazität von 528 kWh, die Lebensdauer der Akkus wird mit 15 Jahren angegeben.

Metro und DE-Hybrid-Lok

China spielt nicht nur als Abnehmer von Schienenfahrzeugen eine Rolle, auch als Hersteller versuchen die Chinesen auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen. Der CRRC Zhuzhou Locomotive Co., Ltd. ist dieses mit einem Kleinserienauftrag der Deutschen Bahn AG für Hybrid-Lokomotiven gelungen.
Nachdem sich 2017 bei einer Ausschreibung kein europäischer Hersteller fand, vier Lokomotiven für die beiden S-Bahnen in Hamburg und Berlin zu bauen, erhielt das Unternehmen den Zuschlag bis 2021 zunächst vier Loks mit einer Option auf 16 weitere zu bauen. Dass Chinesen im Bauen nicht zimperlich sind, sieht man an der Präsentation der ersten Lok für die S-Bahn Hamburg bereits auf der diesjährigen Innotrans – der Auftrag wurde erst am 20. Juni 2018 in Berlin unterzeichnet.
Die Hybrid-Rangierlokomotive, die von CRRC für die DB maßgeschneidert wurde, ist mit einem Dieselaggregat und der LTO-Technologie ausgestattet. Die Lok soll in den Wartungsbereichen der DB (Werke und Baustellen) eingesetzt werden – in sensiblen Bereichen und beim Halt übernimmt die Batterie den Betrieb, der Diesel wird abgeschaltet. Im Dualbetrieb leistet der Antrieb 400 kW, mit Diesel 250 kW
(Stage EU IIIB) und mit Akku 200 kW, die Höchstgeschwindigkeit der 14.400 mm langen Lok beträgt 80 km/h. 80% der elektrischen Bremsenergie soll zurückgewonnen werden.
Auch wenn nach Herstellerangaben alle einschlägigien Normen eingehalten wurden, wird sich im Zuge der Inbetriebnahme und Zulassung zeigen müssen, ob die Chinesen ein qualitätiv gleichwertiges Produkt geschaffen haben. Links neben dez Zweikraftlok ein Metro-Fahrzeug von CRRC mit dem Namen CETROVO.

Innenraum

Der automatisch fahrende CETROVO hat eine Entwurfsgeschwindigkeit von 140 km/h und ist mit neuen Materialien und Technologien wie Carbonkarosserie, Direktantrieb durch Synchronmotoren mit Permanentmagneten, aktiven radialeinstellbaren Drehgestellen, Echtzeit-Ethernet sowie "magischen Fenstern" ausgestattet. Der Zug soll 13% leichter als klassische Fahrzeuge, der Geräuschpegel um 3 dB niedriger, die Energieeffizienz um 15% verbessert sein. Selbst stromlose Abschnitte bis 15 km kann der CETROVO überbrücken. Sprich der Hersteller hat alles technisch machbare in das Fahrzeug gebracht und will neue Maßstäbe setzen. Ein Imagefilm (40 MB) zeigt das Projekt näher.
Das Handelsblatt schreibt zum für Europa neuen Hersteller CRRC: "Sorgen bereitet den deutschen Anbietern hauptsächlich der starke Geldgeber hinter CRRC: der chinesische Staat. Das Unternehmen sei mit schier unerschöpflichen Mitteln für attraktive Finanzierungspakete weltweit ausgestattet, sagt der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Bahnindustrie in Deutschland (VDB), Ben Möbius. Die Regierung in Peking unterstütze die Bahnindustrie des Landes massiv.
CRRC kann daher in andere Märkte expandieren, ohne einen Kredit tilgen und hohe Zinsen zahlen zu müssen. Finanziell gut ausgestattet, müssen die chinesischen Export-Anfänger dennoch dazulernen: Ihnen fehlt es oft noch an Erfahrung in der Projektabwicklung, vor allem aber mangelt es an der genauen Kenntnis der vielen nationalen Vorschriften in der Eisenbahntechnik. Auch technologisch ist CRRC aus Sicht von Branchenkennern nicht auf dem Stand der seit langem international aufgestellten Konkurrenten Bombardier, Siemens, Alstom oder Stadler."

Variobahn

Škoda Transportation fasst ebenfalls zunehmend im deutschen Markt Fuß, nach dem Auftrag der DB für den München-Nürnberg-Express (und dem nicht eingelösten) Auftrag für die S-Bahn Nürnberg von Nationalexpress ist der dritte Auftrag der erste im deutschen Straßenbahnbereich. Chemnitz wird mit den Fahrzeugen des Typs ForCity Classic die noch verblieben Tatrazüge vom Typ T3D ersetzen, die Ähnlichkeit mit den Variobahnen ist unverkennbar.

Schleifmaschine

Alternative zu Schienenschleifzügen sind die Schienenfräsmaschinen mit erheblich höherer Leistung. Der speziell für U-Bahnsysteme und Schmalspurbahnen konzipierte Schienenfräszug SF02T-FS von Linsinger war neben dem ForCity Classic ausgestellt und zeigt anschaulich ein auf der Innotrans bekanntes Problem, speziell durch Besucher aus dem asiatischen Raum. Die Besucher klettern unter die Wagen in die Drehgestellbereiche und fotografieren alles genau. Die Fa. Linsinger hat dieses mit einer unmissverständlichen Botschaft am Fräsgerät unterbunden.

Großraumwagen

Eigentlich ist der Großraumwagen bei Straßenbahnen seit Jahrzehnten tot und von großräumigen Gelenkfahrzeugen abgelöst. Der Hersteller PC Transport System aus St. Petersburg hat mit dem 100%-niederflurigen Lionet – welcher kurze Abschnitte mit Strom aus einer Batterie überbrücken kann – ein für kleinere Betriebe geeignetes Fahrzeug präsentiert. In Rumänien – wo in diversen Betrieben noch viele deutsche Hochflurfahrzeuge in Betrieb sind – sollen in Kürze erste Testfahrten beginnen.

Doppelstockwagen

Doppelstockfahrzeuge gehören in Deutschland nach den ersten Kleinserien aus den 1930er und 1950er Jahren seit den 1970er Jahren zum Alltag – zunächst in der DDR, seit den frühen 1990er Jahren hielten sie auch im "Westen" Einzug und sind heute in vierstelliger Zahl im Einsatz. Fast vollständig von den Schienen verschwunden sind die DBuz-Fahrzeuge der ersten Generation aus Görlitzer Produktion, nur wenige Fahrzeuge kommen noch als Reservefahrzeuge zum Einsatz. DB Sicherheit bzw. DB Services dient der DBuza747.5 50 80 25-04 021-5 als Demonstrationsfahrzeug, auf der Innotrans wurde am Fahrzeug u.a. die Graffitientfernung vorgeführt.

BR 102

Mit rund zweijähriger Verspätung wird im Dezember 2018 die aktuellste Generation von Doppelstockzügen den Betrieb aufnehmen. DB Regio hat 2013 die Ausschreibung des München-Nürnberg-Express (MNE) gewonnen und dafür neu zu entwickelnde Doppelstockzüge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h ausgeschrieben, die für die mit bis zu 300 km/h befahrene Schnellfahrstrecke Nürnberg – Ingolstadt geeignet sein müssen. Škoda Transportation gewann den Auftrag über 36 Doppelstockwagen und sechs Lokomotiven. Als Lokomotiven kommen Fahrzeuge des Typs Škoda 109E (DB-Baureihe 102) zum Einsatz.

Mittelwagen

Ungewohnt die mächtige Optik der (im Gegensatz zur 200 km/h schnellen BR 102) für 190 km/h zugelassenen Doppelstockwagen, die in der Grundgestaltung wieder in Richtung der ursprünglichen Görlitzer Wagen gehen.

München-Nürnberg-Express

Osteuropäische Fahrzeuge sind in der Gestaltung meist dynamischer als die eher konventionelle deutsche Formsprache. Die Herkunft kann der neue Steuerwagen des MNE nicht verleugnen.

E-Talent 3

Formsprachen: Links der E-Talent3 als Cityjet der ÖBB, frisch von Bombardier (das Unternehmen selbst stellt auf der Innotrans seit 2016 keine Fahrzeuge mehr aus) überarbeitet, rechts der polnische Impuls2 36WEd 002 B der Newag aus Nowy Sącz.

KISS

Stadler hat seinen Doppelstocktriebzug KISS für den Einsatz in Skandinavien zum KISS Nordic weiterentwickelt. Unter dem Markenamen Mälartåg werden über das schwedische Leasingunternehmen Transitio 33 für 200 km/h zugelassene Triebzüge beschafft (mit einer Option auf weitere 110 Züge) und ab Mai 2019 westlich von Stockholm um den Mälarsee eingesetzt.
Der KISS Nordic kann bei Temperaturen von bis zu -40 Grad Celsius bzw. bei Schneehöhen von 80 cm eingesetzt werden, hierzulande würde die Eisenbahn längst an den Grenzen angekommen sein.

BR 484

Nach dem seit Ende 2017 geltenden Verkehrsvertrag für das Teilnetz Ring werden ab Januar 2021 bei der Berliner S-Bahn neue Züge der Baureihen 483 und 484 zum Einsatz kommen und bis 2023 die noch zu DDR-Zeiten konstruierten Züge der BR 485/885 ersetzen.
Derzeit befindet sich das Unternehmen S-Bahn Berlin noch in einem Fast-Dauerausnahmezustand, nachdem nach 2004 zahlreiche Züge abgestellt und verschrottet wurden sowie die Wartung vernachlässigt wurde, bis das Unternehmen 2009 vor dem Entzug der EVU-Erlaubnis stand. Damals war nur noch ein Bruchteil des Fahrzeugparks einsetzbar und wesentliche Teile des Netzes konnten nicht befahren werden. Die aktuelle Sollstärke des betriebsfähigen Bestandes von rund 540 Viertelzügen kann bis zur Inbetriebnahme von Neubauzügen nur selten erreicht werden.
Mit der neuen S-Bahnbaureihe 483 bzw. 484 soll das anders werden und die S-Bahn wieder zum Normalzustand zurückfinden. Die DB hat beim Konsortium Stadler/Siemens insgesamt 85 vierteilige und 21 zweiteilige Züge der BR 483/484 bestellt, welche vom Berliner Designunternehmen büro+staubach gestaltet wurden, das Büro zeichnet auch für das Design der Berliner IK-Züge und der neuen Wuppertaler Schwebebahnwagen verantwortlich.
Stadler baut derzeit 30 Wagen einer Vorserie, jeweils fünf Züge der BR 483 (zweiteilig) und 484 (vierteilig) werden bis 2020 erprobt und zugelassen, ehe nach aktuellem Zeitplan am 1. Januar 2021 mit dem Betrieb auf der S47 begonnen wird. Zwischen Juli 2022 und Oktober 2023 sollen in vier Stufen die Serienzüge den Betrieb auf den Linien S8, S41, S42, S46 und und S47 aufnehmen und der Einsatz der BR 485/885 enden. Die noch im Bestand befindlichen Züge der BR 480 sollen nach aktueller Planung über das Jahr 2023 hinaus weiterbetrieben werden und auch das neue Zugbeeinflussungssystem ZBS erhalten.

FIS BR 484

Während der 484 001 in Velten in Betrieb genommen wird, stellte Stadler zur Innotrans den 484 002 fertig, welcher auf der Siemensteststrecke in Wegberg-Wildenrath erprobt werden soll. Für den Fahrgast bringen die neuen Züge neue Wege der Fahrgastinformation, welche in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern bisher eher konservativ waren. Kein Problem sind heute auf LED-Monitoren und in Echtzeit die "Perlschnüre", welche 1986 bei den Prototypen der BR 480 erheblichen Aufwand erforderten und keinen Eingang in die Serie fanden.

Innenraum BR 484

Breite Wagenübergänge kennt der Fahrgast bereits vom Zug der BR 481/482. Neu ist die Regelausführung als Halbzug, von denen es bei der BR 481/482 nur drei Stück gibt. Um im Falle von Störungen im Fahrgastraum nicht einen ganzen Halbzug abschließen zu müssen, haben die Züge der BR 484 zwei bei Bedarf abschließbare Trennwände bekommen.

Führerraum BR 484

Vor 20 Jahren kamen die Züge der Berliner S-Bahn noch mit einem einfachen Führerraum aus, der Abfertigungsfunk aus DDR-Zeiten war das Höchstmaß an moderner Technik. Heute gehören neben dem Fahrzeugsteuersystem auch Abfertigungsbilder, Fahrerassistenzsystem (FASSI), ZBS-Fahrzeuggerät und digitaler Zugfunk zum Standard im Führerraum. 

BR 484

Gewöhnungsbedürftig ist das neue Design der BR 484, welches mit bisherigen Designlinien bricht. Das tat jedoch schon die BR 481 und die Neuaufteilung der im Verkehrsvertrag festgeschriebenen Farben rot/gelb sorgt für zusätzliche Diskussionen. Wurde bei der BR 481/482 1998 auf Druck der Öffentlichkeit das alte Farbschema mit Zierstreifen wieder eingeführt, haben die Zierstreifen aus Zeiten der Nietreihen beim 484 endgültig ausgedient und die Türen setzen die im Nahverkehr heute üblichen Kontraste.
Neu ist das Fahrzeugnummernsystem, welches das 1968 eingeführte Nummernschema der Deutschen Bahn weitgehend verlässt – das EDV-Schema von 1968 hat mit Einführung der zwölfstelligen NVR-Nummern ohnehin die Verbindlichkeit verloren. Da die NVR-Nummern nur für Fahrzeuge verbindlich sind, die auf TEN-Strecken eingesetzt werden, haben die Züge der nach dem Allgemeinen Eisenbahngesetz (AEG) rechtlich als Regionalbahn zählenden S-Bahn Berlin diese Nummern nicht erhalten und auch die Neubauzüge der BR 483/484 erhalten diese nicht. Die Einzelwagen haben keine eigenständige Wagennummer mit Prüfziffer mehr, sondern hören zusätzlich zur laufenden Nummer auf A, B, C und D. Abgesehen vom fehlenden ET also fast wieder wie vor 1968.

BR 481

Zum Abschluss des Innotransbesuchs noch ein Foto der S-Bahn Berlin heute. Die BR 481/482 auf der S9 nach Spandau im Hp Messe Süd (Eichkamp). Im aktuellen Verkehrsvertrag ist festgeschrieben, dass die Züge werbefrei sein müssen. Neue Verträge für Ganzreklame werden daher nicht mehr abgeschlossen, alte Verträge laufen noch die Restlaufzeit.
Derzeit wird im Werk Schöneweide der erste Viertelzug der BR 481/482 für den Weitereinsatz ertüchtigt, er erhält dabei eine neue Innengestaltung analog der BR 483/484 und die entsprechende Außenfarbgebung. Insgesamt 309 von 500 Viertelzügen sollen bis zum Jahr 2022
entsprechend modernisiert werden.

IV K

Nach so viel moderner Technik ein Wechsel zur guten, alten Eisenbahn, als die Loks noch mit Kohle, Feuer und Wasser funktionierten und das wichtigste Werkzeug auf der Lok der Hammer war. Die kommenden zwei Tage waren auf der Döllnitzbahn Fahrten mit zwei Loks der sächsischen Reihe IV K vorgesehen.
Auf der Döllnitzbahn hatten die Loks bis 1993 ihr letztes Einsatzfeld, ehe Dieselloks den verbliebenen Güterverkehr übernahmen. Heute wird auf der Döllnitzbahn kein Güterverkehr mehr betrieben, aber der 1975 eingestellte Personenverkehr wieder aufgenommen und die Strecke Nebitzschen – Glossen wieder aufgebaut. Montags bis freitags fahren auf der Döllnitzbahn Schülerzüge, an zahlreichen Wochenenden Diesel- und Dampfzüge.
Am Vorabend der Veranstaltung stehen die beiden derzeit betriebsfähigen Loks der Döllnitzbahn, 99 1574 und 99 1584, neben der nicht betriebsfähigen 99 1561 im Bw Mügeln.

Fotos in Google Earth © 2018 Jan Borchers, www.bahnfotokiste.de Nach oben