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1. September – 472 maskiert
2. September – nochmal 472-Retro
8. September – 25 Jahre Museumsstraßenbahn des VVM
9. September – Kieler Spezialitäten
12. September – Die Maske hält
16. September – Die Wasserstoffära bei der Bahn beginnt
21. September – Zur Innotrans 2018
22. September – Doppel-Meyer I
23. September – Doppel-Meyer II
30. September – Wolkenstreifen

Sonnabend, 1. September 2018 – 472 maskiert

472 060

In 35 Jahren Fotografie ist Graffiti ein Stück des Alltags geworden, doch die Abbildung dieser ist auch nach 35 Jahren die Ausnahme. Manche Sprayer sind seitdem zu angesehenen Künstlern geworden, andere zu "Normalbürgern" oder gehen ihr Leben lang ihrem Drang nach. Zumeist ist dieser Drang illegal und gelegentlich werden auch in der Freizeit mühevoll hergerichtete historische Zeitzeugen Opfer einer Unart, die heute normal geworden zu sein scheint.
Nur wenige Stadtmotive sind heute ohne Werke der Graffitisprayer
möglich. Rollmaterial ist bevorzugtes Ziel zahlreicher Gruppen, zum Teil mit erschreckender Professionalität und manchmal auch Brutalität. Das Ziel der Künstler ist in der Regel Anerkennung – desto spektakulärer die Werke, desto mehr Ruhm in der Szene. Öffentliche Verbreitung der Motive und der Tags adelt meist die Täter.
Strategie von Verkehrsbetrieben ist oft, diese Fahrzeuge umgehend auszusetzen und keine Öffentlichkeit zu schaffen. In Zeiten von Internet reicht es heute, die Objekte nach der Bemalung zu filmen – den Rest Öffentlichkeit erledigt das Internet. Bei klassischen Eisenbahnfotografen ist Graffiti meist verpönt, bemalte Züge werden nicht fotografiert oder öffentlich gezeigt, um nicht zusätzliche Plattformen zu bieten, manchmal hilft auch ein wenig Retusche bei der Bildbearbeitung.
Heute musste der Autor dieser Website seinen eigenen Überzeugungen untreu werden – dass Graffiti sich als Kunst etabliert hat, steht allgemein außer Frage. Geblieben ist nicht selten blinde Zerstörung – gerade bei Objekten, wo Menschen abseits vom "Allgemeingut" ihr persönliches Herzblut investieren und diese Arbeit so mit Füßen getreten wird.
Ein Graffiti machte die Runde, welches diese Überzeugungen in Frage stellte – aber fraglos in die Abteilung Kunst einzusortieren ist, auch wenn es illegal aufgetragen worden ist. Beim 472 060 schien die verkehrsrote Farbgebung im Bereich der Kopfpartie abgerissen zu sein und das seit bald 15 Jahren verschwundende ozeanblau/beige Farbkleid kam wieder zum Vorschein. Ohne Tag oder weiterer Wagenbemalung fährt der Triebwagen in diesem bemerkenswerten Outfit durch Hamburg. Hier erreicht der 472 060 den Bahnhof Aumühle, überraschend auf Gleis 3b – in der Abstellanlage wurde gerade ein Zug aufgerüstet, welcher über Gleis 4 fahren sollte.

472 060

Nur das handgemalte DB-Logo weist draufhin, dass die ozeanblau/beige Front nicht original ist. Die Farbe ist kunstvoll aufgetragen, die betrieblich notwendigen Einrichtungen wurden ausgespart und die Trennkante plastisch gestaltet. Da muss man ehrlich sagen, Respekt für diese Arbeit.

472 060

Ein Streckenmotiv darf nicht fehlen, das Wolkenlotto wurde heute auf ganzer Linie gewonnen. 472 060 fährt in den Hp Billwerder-Moorfleet ein.

472 060

Das Wolkenradar zeigte, dass die Wolken im Nordwesten Hamburgs weniger waren und die Zugrichtung auch passend war. So wurde die Gelegenheit am Schopf gefasst, das ohnehin als Nachmittagsmotiv noch fehlende Motiv in Langenfelde umzusetzen. 472 060 passiert den Kleingartenverein.

472 060

Unspektakulär, ein ganz normaler Zug der BR 472 am Motiv Holstenkampbrücke – 472 501 auf der Fahrt nach Bergedorf. Noch Alltag, doch in wenigen Monaten sollen die 472/473 von den Neubauzügen der BR 490 abgelöst sein. Aktuell läuft der 490-Einsatz noch auf Sparflamme, Bombardier lagert jedoch an diversen Standorten bereits zahlreiche Züge der BR 490, so dass es nach einem Tag X recht schnell mit den 472/473 zuende gehen könnte.

Fotos in Google Earth © 2018 Jan Borchers, www.bahnfotokiste.de Nach oben