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2. März – Der Hilfstriebwagen lernt wieder fahren
5. März – Vertreter in Lehnshallig
10. März – Kurz vor dem Ruhestand
24. März – Nordliner hoch im Norden
26. März – Die letzte(?) Bäderbahnsaison
29. März – Mit der „Wilden Zicke“ rund um die Altstadt Naumburgs
30. März – Hochflurig in den Thüringer Wald
31. März – Im Maintal unterwegs



Dienstag, 2. März 2021 – Der Hilfstriebwagen lernt wieder fahren

DT5

Zunächst war für den Vormittag Nebel im Norden angesagt, glücklicherweise hielt sich die Wetterlage nicht daran und über Hamburg schien bereits gegen 10 Uhr die Sonne warm vom Himmel – nach dem meteorologischen Frühlingsanfang hat die Sonne wieder mächtig Kraft und trotz frischer Temperaturen ließ es sich in Farmsen beim Warten auf den Zug des Tages gut aushalten. Während auf Gleis 11 ein Sechswagenverband DT3 auf die nächsten Einsätze wartet, fährt ein Neunwagenverband DT5 mit dem DT5 339 an der Spitze gen Großhansdorf ein. Inzwischen sind die DT5 regelmäßig auf der U1 anzutreffen – wenn in rund acht Jahren die schrittweise Ausmusterung der DT4 beginnt, werden die DT5 vsl. Stammfahrzeug auf der U1 werden.

AL1 012

Nach rund einer Stunde Warten erschien die AL1 012 aus Barmbek kommend in Farmsen. Sie beförderte den vor zwei Wochen von der zweijährigen Modernisierung bei der Fa. FWM-Fahrzeugwerke Miraustrasse GmbH in Hennigsdorf zurückgekehrten Hilfstriebwagen HT2 024 in das Versuchsgleis Farmsen – Berne, da das Fahrzeug noch keine Zulassung zum Alleinfahren im Netz der U-Bahn hatte. Das 1967 gebaute Fahrzeug war in Hennigsdorf entkernt und nach Sanierung des Wagenkastens technisch neu ausgerüstet worden, die DT3 im Hintergrund wurden bereits vor rund vier Jahren bei FWM gründlich aufgearbeitet. Im Gegensatz zum vollmodernisierten HT2 sind die DT3 in Hennigsdorf mechanisch auf einen fast neuwertigen Stand gebracht worden, die Technik ist aber weitgehend unverändert geblieben.

HT2 024

In Berne wurde die AL1 012 abgekuppelt und die Prüffahrten mit dem HT2 024 konnten beginnen.

HT2 024

Um im Netz der U-Bahn mit eigener Kraft fahren zu können, standen u.a. noch Bremswegprüfungen an, so dass der HT2 wiederholt Bremsungen durchführte.
Im Hintergrund die einstige Laderampe der Güterstrecke der Elektrischen Kleinbahn Alt-Rahlstedt–Volksdorf–Wohldorf
, die bis zum 1. Mai 1934 betrieben wurde – danach wurden alle Streckenteile der Kleinbahn südlich Ohlstedt abgebrochen. Die Trasse der Kleinbahn wurde zu Beginn der 1960er Jahre beim Bau der Betriebswerkstatt Farmsen für den Bau eines Versuchsgleises bis Berne wieder genutzt. Die Rampe ist heute eines der letzten Relikte der 1961 endgültig aufgegebenen Walddörferstraßenbahn. Der Bau der im Dezember 2019 in Betrieb genommenen U-Bahnhaltestelle Oldenfelde macht die fotografische Einbindung der Rampe möglich.

HT2 024

Die Antriebs- und Bremsausrüstung des bisher mit einem Büssingmotor mit 110 kW Leistung motorisierten HT2 ist völlig erneuert worden, aber auch das äußerliche des HT2 hat sich mit Installation neuer Bauteile deutlich verändert. Wie der HT2 024 bis 2019 aussah, ist hier auf einem Foto von März 2010 anschaulich zu sehen.
Neu ist auch die Scharfenbergkupplung des Typs 330 wie er auch bei den DT4 und DT5 Anwendung findet, bisher verfügte der HT2 über 1966 aus den TU1-Beständen entnommene Kupplungen. Gut zu erkennen die Drehgestelle, die vor der Anpassung für den HT2 für die Serie DT2.4 erprobt wurden.


HT2 024

Ziemlich genau in der Mitte zwischen den Haltestellen Farmsen und Berne liegt seit Dezember 2019 die Hst Oldenfelde. Die Haltestelle bindet die umliegenden Siedlungen an die U1 an und das Umfeld ist fahrradgerecht gestaltet worden, eine Lärmschutzwand schützt die naheliegende Reihenhaussiedlung.

HT2 024

Rund 90 Minuten pendelte der HT2 stetig auf dem Versuchsgleis, hier bei der Einfahrt in die Kehranlage Berne. Das Ergebnis der Prüffahrten entsprach den Anforderungen und der HT2 konnte seine Rückfahrt nach Barmbek alleine mit eigener Kraft machen.

HT2 024

Ein ungleiches Wettrennen, welches aus dem Blickwinkel der Fotografen der HT2 für sich entscheiden konnte. Die im Zuge des barrierefreien Ausbaus errichtete Brücke zum P&R-Parkhaus ist ein nettes Motiv, wie sie auch selbst als Fotostandort dienen kann.

HT2 024

Auf der alten Kleinbahntrasse der HT2 024 während der Bremsabnahmefahrten.

HT2 024

Von der Brücke Bekassinenau.

HT2 024

Von hier entstanden im Laufe der Jahre viele Fotos der interessantesten Fahrzeuge bzw. Erprobungsfahrten. Das einst hier stehende Messhaus wurde bei Baufälligkeit abgerissen und wird nun bei Bedarf durch angemietete Container ersetzt, was sicherlich bei der Inbetriebnahme der DT6 wieder passieren wird.

HT2 024

Viel Design hat der Hilfstriebwagen nicht, einziges Ziel ist die technischen Gerätschaften so effektiv wie möglich im Fahrzeug unterzubringen und außen alle Hilfsmittel für Eingleisungs- bzw. Havariemaßnahmen greifbar zu haben, entsprechend sachlich ist das Fahrzeug gestaltet. Nach der technischen Neuausstattung des HT2 wird das stets trocken geparkte und technisch wieder neuwertige Fahrzeug sicher mindestens weitere 20 Jahre bei hoffentlich nur wenigen erforderlichen Einsätzen im Dienst bleiben können.

Fotos in Google Earth © 2021 Jan Borchers, www.bahnfotokiste.de Nach oben