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Februar 2012

4. Februar 2012 – Eiskaltes Gegenlicht
5. Februar 2012 – Eiskalt und Sonne
10. Februar 2012 – Eiskalt: Alstereis, Elbschollen und hungrige Vögel
12. Februar 2012 – Alstereisvergnügen anno 1979 oder doch heute?
15. Februar 2012 – 100 Jahre HOCHBAHN: Die Senatorenfahrt






Freitag, 10. Februar 2012 – Eiskalt: Alstereis, Elbschollen und hungrige Vögel

Außenalster

Nach einem Jahr Pause war es wieder soweit – nach 2010 nun das zweite Alstereisvergnügen. War im Januar 2010 das Alstereis nach den Maßstäben der Umweltbehörde noch zu dünn, um das Alstereisvergnügen offiziell auszurufen, wurden dieses Jahr die geforderten 20cm erreicht. Die Buden wurden dennoch außerhalb des Alstereises plaziert, um einerseits keine übermäßige punktuelle Belastung zu riskieren (1997 wurde die Alster wegen eines Risses im Bereich der Buden evakuiert) und andererseits möglichst wenig Müll auf dem Alstereis zu produzieren.
Am Freitag schien die Sonne trotz negativer Vorhersage ab dem späten Vormittag vom Himmel. So gab es kein Halten mehr, samt Kamera ging es ab zur Alster. Im Bereich des Schwanenwiks wurde dieses Jahr die 1886 vom Baumeister Andreas Meyer entworfene Alsterbadeanstalt in ihren Umrissen aufs Eis gemalt und nachgeahmte Verhaltensregelschilder wie "Nur für Schwimmer" an die ehemaligen Beckenränder gestellt. Das kreativ erweiterte Schliddern auf dem Eis braucht bei dieser Eisstärke jedoch keine Schwimmer.

Moderner Schlitten

Was macht man, wenn Vater seinen ferngesteuerten Offroadflitzer auf der Alster ausfahren will – der Nachwuchs aber lieber Schlitten fahren möchte? Man bindet kurzerhand den Schlitten an den Modellflitzer, festhalten und ab die Post...

Binnenalster

Endgültig Winterpause heißt es derzeit für die Alsterflotte. Bis zum 1. Februar fuhr die ATG mit ihren Punschfahrten noch durch das Alstereis, nun haben die Hamburger die Alster zu Fuß eingenommen und versorgen sich mit Punsch an den Buden am Alsterufer. Die Binnenalster friert deutlich später zu, hier bricht die ATG regelmäßig das Eis, um Leichtsinnige vom Betreten der Binnenalster abzuhalten. In rund sieben Wochen heißt es aber auch für die MS Seebek wieder "Leinen los".

101 029 auf der Lombardsbrücke

101 029 passiert mit dem IC 2329 nach Passau die Lombardsbrücke, während sich im Hintergrund die Hamburger auf der Außenalster tummeln.

Barkassen

Winterpause heißt es auch für zahlreiche Barkassen im Hamburger Hafen, ihr Liegeplatz hinter den Landungsbrücken ist inzwischen völlig zugefroren.

Alter Elbtunnel

Zu Fuß ging es anschließend durch den Alten Elbtunnel, welcher letztes Jahr 100 Jahre alt wurde und umfassend saniert wird. Die Oströhre ist derzeit gesperrt, der Verkehr wird jeweils in Lastrichtung durch die Weströhre geführt. Ab 13 Uhr geht es nordwärts durch die noch nicht sanierte Röhre.

Tunnelmitte

Stöbert man in alten Dokumenten aus der damaligen Zeit, so stößt man immer wieder auf die kunstvoll gestalteten Schriften von damals. Im Elbtunnel haben sich diese Schriften bis heute gehalten und geben einen authentischen Blick 100 Jahre zurück. Bei der Sanierung der Elbtunnelröhren werden die Fliesen durchweg erneuert – bleibt zu hoffen, dass diese Fliesen gerettet werden können und nach der denkmalgerechten Sanierung wieder angebracht werden.

Aufzüge

Im 1911 eröffneten Elbtunnel fahren die Autos Aufzug. Diese Hamburgensie hat sich trotz aller Versuche die personalintensiven Aufzüge zu "rationalisieren" bis heute gehalten. Montags bis Freitags können Auto und Klein-Lkw die Tunnelröhren von 5.30 bis 20 Uhr nutzen. Außerhalb dieser Zeiten können nur Radfahrer und Fußgänger den Tunnel nutzen. Jeweils acht Tunnelwärter sorgen an den Aufzügen für den reibungslosen Ablauf des Tunnelbetriebes.

Möwe

Der Winter ist auch für die Lachmöwen kein Zuckerschlecken: Finden sich keine Blesshühner, denen sie ihre Nahrung abjagen kann – so ist jedes Stück Brot willkommen. Bloß, wie bekomme ich das Stück Toastbrot klein? Erstmal hochwerfen, vielleicht kommt es ja in Teilen wieder runter?

Möwe

Das hat schon mal nicht geklappt, das Brot ist ja immer noch so groß... Reinpassen tuts jedenfalls noch nicht!

Möwe

Nach ein paar gezielten Tritten mit den Vogelbeinen ist das Stück Brot in handliche Stücke zerfetzt und genussvoll wird das letzte Stückchen verzehrt.

Cap San Diego

Bisher war der Blog von heute ja wenig bahnlastig. Damit der geneigte Leser nicht länger auf den nächsten Zug warten muss, kommt er hier in Form eines DT3 am Vorsetzen. Im Highflyer dürfte es recht frisch sein, unerschrockene dürften dafür eine grandiose Aussicht auf Hamburg haben.

Hafenfähre

Zu den Berufverkehrszeiten verkehrt die HADAG-Linie 75 zwischen den Landungsbrücken und Steinwerder, die "Neuenfelde" pendelt bis 16 Uhr ständig zwischen den Anlegestellen, ehe dann vom 10- auf den 20-Minutentakt umgestellt wird. Der eiserne Bismarck steht heute im Schatten, hat aber die Elbmündung fest im Blick.

Schwinnkran HHLA IV

Der Schwimmkran HHLA IV stammt aus dem Jahr 1957 und hebt bis zu 200 Tonnen. Der Methusalem wird immer noch regelmäßig eingesetzt und ist vor der Hafenskyline eine imposante Erscheinung – die "Neuenfelde" muss dem Schwimmkran derweil Vorfahrt gewähren. Rechts im Bild die von Hadi Teherani entworfenen "Tanzenden Türme", welche an der Reeperbahn vor der Fertigstellung stehen.

DT3 812 Hst Uhlandstraße

Ortswechsel zur Haltestelle Uhlandstraße. Die beiden Buden auf dem Bahnsteig heben den Denkmalcharakter der Haltestelle hervor, das ganze fototechnisch gut einzufangen ist aber alles andere als einfach. Wie das nachts aussieht, war bereits am 2. November 2011 im Fototagebuch zu sehen. Beim Aussteigen in der Hst Uhlandstraße fiel mein Blick auf die von der Sonne angestrahlten Buden – die Vermutung lag nahe, dass dann auch die Front des einfahrenden Zuges erleuchtet sein dürfte. Versuch macht klug, Kamera passend eingestellt und auf den nächsten Zug gewartet. Das Ergebnis ist hier zu sehen – DT3 812 fährt in die Haltestelle ein.

DT3 831 am Kuhmühlenteich

Vormittags beim Start der Fototour war ich hier bereits vorbeigekommen, die Sonne stand noch parallel zur Gleisachse – davon konnte jetzt fast sechs Stunden später nicht mehr die Rede sein. Die beginnende Abendstimmung wirft bereits erste Baumschatten auf die Brücke über den Kuhmühlenteich. Die Blesshühner haben sich auf dem letzten freien Fleckchen im Wasser zusammengerottet und kommen höchstens zur Fütterung durch Vogelfreunde mal aus dem Wasser heraus.

Außenalster

Im Vergleich zu vormittags tobt inzwischen deutlich mehr Leben auf der Alster, nicht jeder hat den Freitag auch wirklich frei zur Verfügung. Vor der Hamburger Turmsilhouette tummeln sich zahlreiche Spaziergänger, Schlittschuhläufer und Hunde.

Außenalster

Blick vom Schwanenwik auf das westliche Alsterufer mit Radisson und Fernsehturm.

Schlösser

Die Liebesschlösser sind auch in Hamburg angekommen. Weltweit schwören sich Paare Treue, schließen als Zeichen dafür ein Vorhängeschloss an das Brückengeländer und werfen den Schlüssel ins Wasser. In Hamburg ist das an der Schwanenwikbrücke noch recht neu, war mir noch nie aufgefallen und im Vergleich zu anderen Städten sind es noch wenige Schlösser. Nicht nur ich war in Anbetracht der Schlösser überrascht...

Sonnenuntergang Außenalster

Wann kann man schon mit Campingstühlen am Tisch sitzen und mit einem Glas Rotwein in der Hand den Sonnenuntergang auf der Alster genießen? Allzu oft nicht – und so nutzt man die Gelegenheit, der Fotograf nutzt dankbar die Gelegenheit und macht die Rotweintrinker zum Teil des Motivs.

Dämmerung Außenalster

Viele Worte für dieses Motiv muss ich wohl nicht mehr verlieren.

Außenalster

Es lohnt sich immer mal in die zweite Reihe zu gehen (auch wenn dazwischen noch eine Hauptverkehrsstraße liegt). Die Kandelaberleuchten der Schwanenwikbrücke ergeben mit den Sehleuten und der zugefrorenen Außenalster ein prächtiges Motiv, auch wenn der Autoverkehr nur kurz ausgeblendet werden kann. Da kann man schon verstehen, dass ausgerechnet diese Brücke zur Hamburger Liebesschlossbrücke wurde.

Mundsburger Brücke

Noch eine Reihe weiter hinten wäre ich in den Mundsburger Kanal geplumpst – aber es gibt ja glücklicherweise noch die Mundsburger Brücke, von der ich mit dem letzten Akkustrom der Kamera noch das letzte Bild des Tages machte. Fast acht Stunden Fotosession ergeben zwar einen gut durchlüfteten Fotografen, aber auch müde Beine – und den bisher wohl längsten Blog des Fototagebuchs.
Digitale Fotografie bietet zwar viele neue Möglichkeiten, doch der Zeitbedarf der anschließenden Aufbereitung ist entsprechend genauso lang wie die Fotosession selbst. Und will man dann die Fotos nicht auf der Festplatte verstauben lassen...


Fotos in Google Earth © 2012 Jan Borchers, www.bahnfotokiste.de Nach oben
Bismarck-Denkmal Landungsbrücken